Wein und Essen sind, soweit man zurückdenken kann, die Geschwister der Mahlzeit. Wein war somit immer schon ein wesentliches Lebensmittel und wurde nur selten als Einzelgänger genossen. Erst in den letzten Jahrzehnten wurde daraus ein Genussmittel bzw. mitunter sogar ein Luxusartikel. Allerdings und das hat uns im Besonderen interessiert, wird im Weinhandel und bei Weinbesprechungen immer auch auf die Qualität des jeweiligen Weines als Speisenbegleiter verwiesen. Wir wollten – mit Rückgriff auf den geschichtlichen und natürlichen Verwendungszusammenhang von Wein – herausfinden, ob es eindeutige und besondere Merkmale eines sogenannten Speisenbegleiters gibt.
Ungeklärt war für uns darüberhinaus die Frage, ob ein hervorragender Wein automatisch ein hervorragender Speisenbegleiter ist … (werden doch die meisten Weine solo verkostet).
Bei der Auswahl der Weine ließen wir uns von der Annahme leiten, dass eine möglichst unterschiedliche Auswahl an Grünen Veltlinern einerseits der Breite der Stilrichtungen dieser Rebsorte entspricht und damit andererseits Schlüsse auf die Eignung als Speisenbegleiter einigermaßen nachhaltig gezogen werden können.
Die Grünen Veltliner der Verkostung stammten daher aus den Jahren 2007 bis 2010, vom Kamptal, Weinviertel, Wagram, und Südburgenland. Der Zuckergehalt reichte von trocken bis lieblich, der Ausbau von Stahltank bis Holzfass. Der Verschluss von Kork bis Schrauber.
- Während beim Siegerwein (Uibel GV Hundsberg 2007) die Einschätzungen ziemlich ausgewogen waren, ergab sich beim zweitplatzierten (Prechtl GV Altenberg 2010) doch ein ziemliche Bandbreite, man kann auch durchaus von einer Polarisierung sprechen (siehe die Tabelle oben)
- Weder der Jahrgang noch der Ausbaustil scheinen ausschlaggebend gewesen zu sein, sehr wohl aber die Herkunft. Die beiden topplatzierten Grünen Veltliner und damit Schnitzelweine stammen aus dem westlichen Weinviertel.
- Der Siegerwein (GV Hundsberg 2007) unterstreicht, dass ein Wein mit Reife unschlagbar ist und dass der Holzausbau dem Grünen Veltliner exzellent zu Gesicht steht.
- Der zweitplatzierte Wein (GV Altenberg 2010) bestätigt, dass auch das schwierige Jahr und ein junger Wein zu überzeugen vermögen.
- Erst- und zweitplatzierter Wein sind völlig unterschiedlich von ihrer Charakteristik und Philosphie her und trotzdem fanden sie Anklang bei den Verkostern und haben sich als Speisenbegleiter profiliert.
- Der Siegerwein ist ein gereifter, mächtiger im Holz ausgebauter, beinahe möchte man sagen, burgundischer Veltliner.
- Der zweitplatzierte ist ein feingliedriger, stahliger Grüner Veltliner, der auf Urgestein (Gneis) steht. Er stammt aus dem säurebetonten Erntejahr 2010.
- obwohl der Grüne Veltliner Lamm vom Hirsch sehr schlecht in Kombination mit dem Wiener Schnitzel abgeschnitten hat wurde er von einigen Verkostern unterstrichen, dass er ein exzellenter Wein sein, ja sogar der Beste, allerdings nicht in dieser Kombination.
- eine Verkosterin konnte von ihrer Zurückhaltung in Sachen Weißweine abgebracht werden und fand, dass auch hochqualitiver Grüner Veltliner Spaß macht.

Grüner Veltliner Alte Reben | Ebner-Ebenauer
Grüner Veltliner Hundsberg | Uibel
Grüner Veltliner Golem | Uibel
Grüner Veltliner Schnabel | Sepp Moser
Grüner Veltliner Only Sixteen | Proidl
Grüner Veltliner Klassik | Brindlmayer
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